Transformation zur Moderne in der Goldschmiede Schneider Rappel

December 6, 2021TransformationHandwerkGoldschmiedeDesign
Lea Schneider
Goldschmiede Schneider-Rappel

Handwerk, Kunst, Tradition, Familie… das sind einige Begrifflichkeiten, die uns wohl recht gut beschreiben. Wobei wir den Begriff der Tradition mit dem passenden Sprichwort: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“, als sehr zutreffend empfinden, da unser Familienbetrieb bereits seit 1875 besteht und sich stets weiterentwickelt, neu erfindet und entfaltet. Zwar arbeiten wir als Goldschmiede immer noch mit denselben Werkzeugen wie unsere Vorfahren – Hammer, Säge, Feilen etc. – jedoch hat sich die Art der Kreationen in 145 Jahren unglaublich gewandelt.

Anfangs dominierten sakrale Silberschmiedearbeiten für Kirchen und Institutionen, welche auch nach Übersee verschifft worden sind, oder Restaurationsarbeiten, wie die Reiterstatue in Prag, den Alltag in der Werkstatt. In 4. Generation hat Arno Schneider mit seinen zwei Schwestern, nicht nur das Profane in den Mittelpunkt des Schaffens gerückt, sondern auch die Kunst, da er als gelernter Bildhauer die Akademie in München verließ und danach die Werkstätte seiner Eltern, welche beide Goldschmiedemeister waren, übernahm.

 

 

Die Gestaltung des Schmucks wurde vermehrt objekthaft, skulptural, abstrakt, geometrisch, reduziert auf das Wesentliche. Was so viel bedeuten soll wie den Hauptakteur – die Kostbarkeiten der Natur – in Szene zu setzten. Die klare Formen- und Designsprache zieht sich wie ein roter Faden durch sein Schaffenswerk und überrascht mit der Verwendung unkonventioneller Materialen oder auch unpopulärer Steine in ungeschliffener Form.

Seit einigen Jahren arbeitet Generation 4 und 5 gemeinsam im Atelier. Lea Schneider hat die Passion des Handwerks für sich entdeckt und ist nun Seite an Seite mit ihrem Vater kreativ tätig. Die Herangehensweise hat sich auch bei diesem Generationswechsel gewandelt. Lea Schneider hat mit ihrem Hintergrund im Mediendesign und der Kulturarbeit, das Handwerk als eine Ausdrucksform ihrer Innenwelt entdeckt und vollendet ihre Werke bevorzugt im Einklang mit Text, Bild und Video, dabei steht das Metaphysische im Vordergrund, die im Objekt verarbeiteten Gedanken und Intentionen, ihre Emotionen und Intuition als treibende Kraft in der Gestaltung und im gesamten Arbeitsprozess und darüber hinaus. Daraus ergeben sich Formen, welche abstrakt, organisch, in sich gewunden und in sich konträr aber geschlossen wirken, ein Spannungsfeld zwischen Geradlinigkeit und wilder Verspieltheit eröffnet sich, das einlädt die Gedanken wandern zu lassen und Freiheit und Selbstbestimmung vermitteln.

Begreifen

Geprägt vom Wandel der Zeit und der Treue zum Handwerk einen sich jedoch alle Generationen im Begriff des „Begreifens“, im Doppeldeutigen Sinne. Das Erspüren des Materials, die Kunst des Handwerks anwenden und Kunstwerke mit Qualität und Beständigkeit zu erschaffen. Meistens handelt es sich dabei um Unikate, und wenn diese Ihren Träger finden entsteht eine Beziehung zwischen diesem, dem Kunstwerk und dem Künstler, die wohl den wertvollsten Teil unserer Arbeit ausmachen.

Die aktuellen Generationen: Arno Schneider und Lea Schneider

Goldschmiede Schneider-Rappel
Wopfnerstraße 9
6130 Schwaz
info@schneider-rappel.at